18.03.2018 Passionskonzert

 

Litzldorfer Passion - Herausforderung 2009 und heute


Die Passion Christi gilt wie vor 2000 Jahren im einstigen Jerusalem bis zum heutigen Tage als zeitlose und stets wiederkehrende Herausforderung. Davon wissen noch viele aus der Litzdorfer Dorfgemeinschaft welche beim Passionsspiel 2009 im Atrium am Dorfplatz mehr als 3000 Besucher nach harten Proben  und anspruchsvollen Aufführungen begeisterten. Mit dabei und alle Geschehnisse vom Einzug Jesu in seine Schicksalsstadt bis zum Tod am Kreuz und Auferstehung am dritten Tage an Dramatik und Tragik musikalisch bereichernd war die Trachtenkapelle Litzldorf. Mit einer Art Zeitreise noch einmal in Erinnerung bringen und zahlreiche Besucher und Liebhaber anspruchsvoller Blasmusik gebannt und fasziniert lauschen lassen, gelang Dirigent und Musikmeister Andreas Weinberger mit seinen Musikerinnen und Musikern bei einem fulminanten Passionskonzert. Allerdings spielten sich die Szenen dieses Mal nicht am frostigen Dorfplatz, sondern in der angenehm beheizten Pfarrkirche St. Michael ab. Der Veranstaltung gingen nach Meinung von Musikvereinsvorstand Marlene Wagner wie damals mit herausfordernden Proben voraus. Sie war gleichzeitig der Auftakt für einige musikalische Attraktion anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Trachtenkapelle Litzldorf.

Nicht nur klangvoll sondern auch bildhaft wurden die Besucher an die Passionsspiele um neun Jahre zurückversetzt. Vor allem unter jenen Litzldorfern, damals waren 100 Mitwirkende beteiligt, die an den Passionsspielen beteiligt waren, wurden Erinnerungen wachgerufen. Jüngere brachten die Bilder an der Beamerleinwand ins Staunen. Die jeweiligen Stationen gaben aber auch Gelegenheit und Anlass jenen zu gedenken, die selbst Kreuz und Leidensweg auf sich nahmen  und im Glauben und Hoffnung an die Auferstehung dem Tod entgegengingen. Dazu gehörte der legendäre Anderl Echtler, der während der Proben und Stephan Seebacher der wenige Wochen nach der Aufführung verstarb.

Zuverlässige Begleiterin des faszinierenden Abends zu den einzelnen Stationen war dabei Steffi Litzlfelder. Ihr gelang es einfühlsam Brücken von der einstigen Leidensgeschichte Jesu in der heiligen Stadt zur Gegenwart zu bauen. Aus Steinen, die damals Ehebrecherinnen galten wurden heutzutage Vorurteile, Lästereien, Mobing, Ausgrenzungen, körperliche und seelische Misshandlungen.

Für die Figur des Judas als Verräter, der sich selbst richtete, stehen „nicht verstanden“ werden und schleichender Hass,  aber auch Verzweiflung mit getroffenen Fehlentscheidungen und deren Bereuung umzugehen.

Schmerzhaft wie für Maria die ihren Sohn auf dem Kreuzweg nach Golgatha begleitete, ist es den Verlust eines liebgewonnenen Angehörigen, vor allem des eigenen Kindes, nach Krankheit oder plötzlichem und unerwarteten Ereignisses hinzunehmen.

Wie Jesus es lehrte, Glaube und Hoffnung in der modernen Gegenwart noch etwas Platz einnehmen, solle der Spruch „So lange ich lebe ist Gott bei mir, wenn sterbe bin ich bei Gott“ für uns gelten, so die Sprecherin abschließend.

Der Eintritt für das Passionskonzert war frei. Freiwillige Spenden der Benefizveranstaltung, überwiegend in raschelnder Form in den Körben gelandet, kommen dem „Jakobus Hospizverein Rosenheim“ zugute.